Schankverlust: Der stille Margenkiller am Tresen

Schankverlust ist die Differenz zwischen eingekaufter und tatsächlich verkaufter (bonierter) Getränkemenge — verursacht durch Überschank, Schaumverlust, Fehlbedienung, Bruch, Eigenverbrauch und Schwund. Üblich und kalkulierbar sind 2–5 %; in schlecht kontrollierten Betrieben werden zweistellige Verlustquoten erreicht. Weil Getränke die margenstärkste Warengruppe sind, wirkt jeder Prozentpunkt Schankverlust direkt auf den Gewinn.

Interaktiv: Was kostet Ihr Schankverlust?

Schankverlust-Rechner

Getränkeumsatz und geschätzte Verlustquote eintragen — der Jahresschaden erscheint sofort.

1.080 €Umsatzverlust pro Monat
12.960 €Verlust pro Jahr
6.480 €Jahres-Potenzial bei Zielquote

Gerechnet auf Verkaufspreisbasis — der Verlust entgeht Ihnen als Umsatz bei bereits bezahltem Wareneinsatz. Die Quote ermitteln Sie über die Getränkeinventur: (Anfangsbestand + Einkauf − Endbestand) vs. bonierte Menge.

Wo der Verlust entsteht

UrsacheTypischGegenmittel
Überschank„gut eingeschenkt" bei Bier, Wein & SpirituosenGeeichte Gläser mit Füllstrich, Portionierer/Jigger, Schankanlagen-Dosierung
Schaum & AnstichBier: erste Gläser, Leitungsreste, FasswechselAnlage gepflegt (Kühlung, CO₂-Druck), Reinigung dokumentiert, Restmengen erfassen
Nicht boniert„Geht aufs Haus", vergessene Bons, EigenverbrauchAlles boniert — auch Freirunden (eigener Grund im Kassensystem), Personalgetränke-Regel
Bruch & Verderboffene Weine, abgelaufene Säfte, GlasbruchOffene Flaschen datieren, Wein glasweise per Konservierung, Bruchliste führen
Schwundunbezahlte Abgabe, DiebstahlInventur-Rhythmus, Kassenberechtigungen, Stichproben — Kontrolle fair und transparent kommunizieren

Schankverlust systematisch senken

Häufige Fragen zum Schankverlust

Welche Verlustquote ist akzeptabel?

Als Faustregel: 2–3 % bei Flaschenware und Spirituosen, 3–5 % bei Fassbier (Schaum, Anstich, Leitungsreinigung). Dauerhaft über 5 % gesamt heißt: messen, Ursache finden, gegensteuern.

Wie finde ich heraus, wo es verschwindet?

Inventur nach Warengruppen trennen: Ist nur das Fassbier auffällig, liegt es an Anlage/Zapftechnik; sind es Spirituosen, fehlen Portionierer oder Bonier-Disziplin. Eine Woche Strichliste am Tresen wirkt Wunder.

Erkennt das Finanzamt Schankverlust an?

Branchenübliche Verlustquoten werden bei plausibler Dokumentation (Inventuren, Reinigungsnachweise, Bruchlisten) grundsätzlich akzeptiert. Unplausibel hohe Quoten ohne Belege gelten bei Betriebsprüfungen dagegen schnell als Schwarzumsatz-Indiz — saubere Aufzeichnung schützt doppelt.

Lohnt eine Schankanlage mit Zählwerk?

Ab nennenswertem Fassbier-Umsatz meist ja: Durchfluss-Zähler machen die Soll-Ist-Lücke tagesgenau sichtbar. Die Investition rechnet sich oft über die ersten verhinderten Prozentpunkte.

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