Schankverlust ist die Differenz zwischen eingekaufter und tatsächlich verkaufter (bonierter) Getränkemenge — verursacht durch Überschank, Schaumverlust, Fehlbedienung, Bruch, Eigenverbrauch und Schwund. Üblich und kalkulierbar sind 2–5 %; in schlecht kontrollierten Betrieben werden zweistellige Verlustquoten erreicht. Weil Getränke die margenstärkste Warengruppe sind, wirkt jeder Prozentpunkt Schankverlust direkt auf den Gewinn.
Getränkeumsatz und geschätzte Verlustquote eintragen — der Jahresschaden erscheint sofort.
Gerechnet auf Verkaufspreisbasis — der Verlust entgeht Ihnen als Umsatz bei bereits bezahltem Wareneinsatz. Die Quote ermitteln Sie über die Getränkeinventur: (Anfangsbestand + Einkauf − Endbestand) vs. bonierte Menge.
| Ursache | Typisch | Gegenmittel |
|---|---|---|
| Überschank | „gut eingeschenkt" bei Bier, Wein & Spirituosen | Geeichte Gläser mit Füllstrich, Portionierer/Jigger, Schankanlagen-Dosierung |
| Schaum & Anstich | Bier: erste Gläser, Leitungsreste, Fasswechsel | Anlage gepflegt (Kühlung, CO₂-Druck), Reinigung dokumentiert, Restmengen erfassen |
| Nicht boniert | „Geht aufs Haus", vergessene Bons, Eigenverbrauch | Alles boniert — auch Freirunden (eigener Grund im Kassensystem), Personalgetränke-Regel |
| Bruch & Verderb | offene Weine, abgelaufene Säfte, Glasbruch | Offene Flaschen datieren, Wein glasweise per Konservierung, Bruchliste führen |
| Schwund | unbezahlte Abgabe, Diebstahl | Inventur-Rhythmus, Kassenberechtigungen, Stichproben — Kontrolle fair und transparent kommunizieren |
Als Faustregel: 2–3 % bei Flaschenware und Spirituosen, 3–5 % bei Fassbier (Schaum, Anstich, Leitungsreinigung). Dauerhaft über 5 % gesamt heißt: messen, Ursache finden, gegensteuern.
Inventur nach Warengruppen trennen: Ist nur das Fassbier auffällig, liegt es an Anlage/Zapftechnik; sind es Spirituosen, fehlen Portionierer oder Bonier-Disziplin. Eine Woche Strichliste am Tresen wirkt Wunder.
Branchenübliche Verlustquoten werden bei plausibler Dokumentation (Inventuren, Reinigungsnachweise, Bruchlisten) grundsätzlich akzeptiert. Unplausibel hohe Quoten ohne Belege gelten bei Betriebsprüfungen dagegen schnell als Schwarzumsatz-Indiz — saubere Aufzeichnung schützt doppelt.
Ab nennenswertem Fassbier-Umsatz meist ja: Durchfluss-Zähler machen die Soll-Ist-Lücke tagesgenau sichtbar. Die Investition rechnet sich oft über die ersten verhinderten Prozentpunkte.
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