Die Unternehmensnachfolge ist die geplante Übergabe eines Betriebs an Familie, Mitarbeitende oder externe Käufer — und im Gastgewerbe ein Rennen gegen die Zeit: Tausende gesunde Betriebe schließen jährlich, weil kein Nachfolger gefunden oder die Übergabe zu spät angegangen wurde. Faustregel: 3–5 Jahre Vorlauf. Denn verkauft wird nicht die Einrichtung, sondern ein übertragbares, dokumentiertes Geschäftsmodell — und das muss man erst bauen.
Nachhaltiges Ergebnis eintragen — eine erste Wert-Spanne nach Ertragswertlogik erscheint sofort.
Grobe Orientierung, keine Bewertung: Gastgewerbe-Betriebe wechseln häufig zum 3–5-fachen nachhaltigen Ergebnis den Besitzer — Lage, Pachtvertrag, Inhaberabhängigkeit und Investitionsstau verschieben die Spanne stark. Für Verhandlungen braucht es eine echte Bewertung (Ertragswert/AWH-Standard) mit dem Steuerberater.
| Weg | Typisch | Knackpunkt |
|---|---|---|
| Familie | Übergabe/Schenkung mit Nießbrauch oder Rente | Fairness unter Geschwistern, Steuer-Gestaltung, klare Rollen des Seniors |
| Mitarbeiter (MBO) | Küchenchef/Betriebsleiter übernimmt schrittweise | Finanzierung des Käufers — Verkäuferdarlehen und Earn-out helfen |
| Externer Käufer | Verkauf über Makler/Börsen (z. B. nexxt-change) oder diskret im Netzwerk | Übertragbarkeit beweisen: Zahlen, Standards, Team, das bleibt |
| Verpachtung | Eigentum behalten, Betrieb verpachten | Pächter-Auswahl und Inventar-Regelung (siehe Pachtvertrag) |
3–5 Jahre vor der geplanten Übergabe — Werttreiber wie Inhaberunabhängigkeit und saubere Zahlenhistorie brauchen Jahre. Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Käufer, sondern der zu späte Start.
Beim Betriebsübergang gehen Arbeitsverhältnisse nach § 613a BGB mit allen Rechten auf den Erwerber über — für Käufer oft ein Plus (eingespieltes Team!), wenn Personalunterlagen und Konditionen transparent vorliegen.
Über Steuerberater-/Berater-Netzwerke, Branchenkontakte (Lieferanten hören viel), anonymisierte Inserate auf Nachfolgebörsen wie nexxt-change und die IHK-Nachfolgemoderation. Diskretion schützt Team-, Gäste- und Lieferantenbeziehungen bis zur Unterschrift.
Verkauf bringt den Kapitalschnitt, Verpachtung laufendes Einkommen bei bleibendem Eigentums-Risiko (Instandhaltung, Pächterwechsel). Häufig entscheidet die Altersvorsorge-Situation — beides gehört mit Steuerberater durchgerechnet (Stichwort § 16/34 EStG Freibeträge beim Verkauf ab 55).
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