Die Barkalkulation bestimmt Verkaufspreise für Getränke über den Getränke-Wareneinsatz (Pour Cost): Zutatenkosten geteilt durch Ziel-Quote ergibt den Mindest-Verkaufspreis. Getränke sind die margenstärkste Warengruppe des Hauses — Ziel-Quoten liegen deutlich unter der Küche: Cocktails und Spirituosen 15–20 %, Bier 20–25 %, offener Wein 25–33 %. Wer hier nach Bauchgefühl bepreist, verschenkt an der umsatzstärksten Stelle des Abends.
Zutatenkosten eintragen — Mindest-Verkaufspreis und Ihre echte Quote erscheinen sofort.
Rechnung mit 19 % USt (Getränke im Haus). Ampel: 🟢 im Zielband, 🟡 bis 3 Punkte drüber, 🔴 darüber. Achtung Denkfalle: Die QUOTE ist nicht alles — ein 0,50-€-Espresso mit 90 % Marge bringt weniger Euro als ein Cocktail mit 20 % Quote. Quote steuert das Sortiment, der Euro-DB zahlt die Miete.
| Schritt | Praxis |
|---|---|
| Rezeptur festschreiben | Jeder Drink mit exakten cl-Angaben (Jigger!) — ohne Standardrezept gibt es keine Kalkulation, nur Schätzung (siehe Schankverlust). |
| Flaschenpreis → Portionspreis | Einkauf ÷ Inhalt × Ausschankmenge, plus 2–3 % Verlustzuschlag; Garnitur/Eis pauschal 0,20–0,40 €. |
| Ziel-Quote je Kategorie | Cocktails 15–20 %, Longdrinks 15–20 %, Bier 20–25 %, Wein glasweise 25–33 %, alkoholfrei 10–20 % — Premium-Flaschenwein darf höher (Euro-DB!). |
| Psychologische Preisrundung | Vom rechnerischen Mindest-VK zur Kartenlogik: Preisabstände zwischen Drinks erzählen Wertigkeit (Kartenpsychologie gilt auch an der Bar). |
| Nachkalkulation monatlich | Getränke-Inventur: Soll-Erlös aus Verbrauch vs. Kassen-Ist — die Lücke ist Schankverlust oder Kalkulationsfehler. |
Gesamt-Bar unter 22 % ist stark, 22–26 % solide, darüber lohnt die Analyse: Kalkulation, Schankverlust oder Sortiments-Mix. Einzelkategorien wie oben — und immer parallel den Euro-Deckungsbeitrag betrachten.
Nicht mit Fixquote, sondern degressiv: Einstiegsweine ×3–3,5, Mittelklasse ×2,5, Premium Einkauf + fester Euro-Aufschlag (z. B. +25–35 €). So bleiben gute Flaschen verkäuflich — und jede verkaufte bringt mehr Euro als die Fixquote je gebracht hätte.
Bei Leitprodukten (Gin, Standard-Bier) ja — 10 % Einkaufsplus frisst sonst still die Marge. Praktisch: Quartalsweise Nachkalkulation der Top-20-Getränke, kleine Preisschritte statt Jahres-Schock.
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