Eine Ghost Kitchen (auch Dark Kitchen) ist eine Küche ohne Gastraum, die ausschließlich für Lieferung und Abholung produziert — als eigenständiges Konzept oder als virtuelle Zweitmarke aus einer bestehenden Restaurantküche. Der Reiz: Umsatz ohne Servicefläche und Servicepersonal. Die Falle: Plattform-Provisionen von bis zu 30 % treffen auf ein Geschäft, das ohnehin mit spitzer Klinge kalkuliert ist. Ob Delivery trägt, entscheidet die Deckungsbeitragsrechnung pro Bestellung — nicht das Bauchgefühl.
Bestellwert und Kosten eintragen — was pro Bestellung wirklich hängen bleibt, erscheint sofort.
Aus dem Deckungsbeitrag müssen noch Küchenpersonal und Fixkosten bezahlt werden — unter ~30 % DB-Quote wird Delivery über Plattformen selten nachhaltig profitabel. Der Vergleichswert zeigt: Jede in den eigenen Webshop verlagerte Bestellung ist bares Geld.
| Modell | Kostenlogik | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Plattform mit Fremdlieferung (Lieferando & Co.) | Provision häufig 25–30 % inkl. Fahrer | Reichweiten-Einstieg, Testphase, Zusatzauslastung schwacher Zeiten |
| Plattform nur als Marktplatz (eigene Fahrer) | Provision ~13–17 % + eigene Fahrerkosten | Hohe Bestelldichte im kleinen Radius |
| Eigener Webshop + Abholung/Lieferung | Zahlungs-/Shopkosten ~3–6 % | Stammkunden konvertieren — das margenstärkste Modell |
Als Zusatzgeschäft in schwachen Stunden und als Marketingkanal: oft ja. Als Hauptgeschäft: nur mit lieferoptimierter Karte, straffem Wareneinsatz und höheren Delivery-Preisen (5–15 % Aufschlag auf die Hauskarte sind marktüblich und akzeptiert).
Ohne Ausschank und Gastraum genügt in der Regel die Gewerbeanmeldung plus Lebensmittelhygiene-Pflichten (HACCP, Belehrungen). Baurechtliche Nutzung der Küche und ggf. Stellplätze für Fahrer vorab mit der Kommune klären.
Ja, gängige Praxis. Wichtig: Auf den Plattformen die Betreiber-Transparenz einhalten (Impressum!), Allergene je Marke sauber pflegen und die Küche kapazitätsmäßig nicht überfahren.
Faustregel: Unter 20 € Bestellwert frisst die Logistik den Ertrag. Hebel: Mindestbestellwert, Bundles/Menüs und aktives Upselling in der Bestellstrecke (Getränke, Desserts — digital verkauft sich das erstaunlich gut).
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