Ghost Kitchen & Lieferdienst: Rechnet sich Delivery wirklich?

Eine Ghost Kitchen (auch Dark Kitchen) ist eine Küche ohne Gastraum, die ausschließlich für Lieferung und Abholung produziert — als eigenständiges Konzept oder als virtuelle Zweitmarke aus einer bestehenden Restaurantküche. Der Reiz: Umsatz ohne Servicefläche und Servicepersonal. Die Falle: Plattform-Provisionen von bis zu 30 % treffen auf ein Geschäft, das ohnehin mit spitzer Klinge kalkuliert ist. Ob Delivery trägt, entscheidet die Deckungsbeitragsrechnung pro Bestellung — nicht das Bauchgefühl.

Interaktiv: Ihr Deckungsbeitrag pro Lieferbestellung

Delivery-Rechner

Bestellwert und Kosten eintragen — was pro Bestellung wirklich hängen bleibt, erscheint sofort.

9,14 €Deckungsbeitrag je Bestellung 🟡
32,6 %DB-Quote vom Bestellwert
15,54 €DB bei Direktbestellung (ohne Provision, +1,60 € Zahlungs-/Shopkosten)

Aus dem Deckungsbeitrag müssen noch Küchenpersonal und Fixkosten bezahlt werden — unter ~30 % DB-Quote wird Delivery über Plattformen selten nachhaltig profitabel. Der Vergleichswert zeigt: Jede in den eigenen Webshop verlagerte Bestellung ist bares Geld.

Die drei Delivery-Modelle

ModellKostenlogikWann sinnvoll
Plattform mit Fremdlieferung (Lieferando & Co.)Provision häufig 25–30 % inkl. FahrerReichweiten-Einstieg, Testphase, Zusatzauslastung schwacher Zeiten
Plattform nur als Marktplatz (eigene Fahrer)Provision ~13–17 % + eigene FahrerkostenHohe Bestelldichte im kleinen Radius
Eigener Webshop + Abholung/LieferungZahlungs-/Shopkosten ~3–6 %Stammkunden konvertieren — das margenstärkste Modell

Was Ghost-Kitchen-Konzepte erfolgreich macht

Häufige Fragen zu Ghost Kitchens

Lohnt sich Lieferando trotz 30 % Provision?

Als Zusatzgeschäft in schwachen Stunden und als Marketingkanal: oft ja. Als Hauptgeschäft: nur mit lieferoptimierter Karte, straffem Wareneinsatz und höheren Delivery-Preisen (5–15 % Aufschlag auf die Hauskarte sind marktüblich und akzeptiert).

Brauche ich eine eigene Konzession für eine Ghost Kitchen?

Ohne Ausschank und Gastraum genügt in der Regel die Gewerbeanmeldung plus Lebensmittelhygiene-Pflichten (HACCP, Belehrungen). Baurechtliche Nutzung der Küche und ggf. Stellplätze für Fahrer vorab mit der Kommune klären.

Virtuelle Zweitmarke aus meiner bestehenden Küche — erlaubt?

Ja, gängige Praxis. Wichtig: Auf den Plattformen die Betreiber-Transparenz einhalten (Impressum!), Allergene je Marke sauber pflegen und die Küche kapazitätsmäßig nicht überfahren.

Welche Bestellwerte braucht Delivery?

Faustregel: Unter 20 € Bestellwert frisst die Logistik den Ertrag. Hebel: Mindestbestellwert, Bundles/Menüs und aktives Upselling in der Bestellstrecke (Getränke, Desserts — digital verkauft sich das erstaunlich gut).

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